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DIGITALE AUSSTELLUNG

3-7 FEB 2021 AUF ECLAT FESTIVAL
Die Ausstellung "BELARUS. DER WEG ZU SICH SELBST" konnte sich einen Weg durch die schwierigen Zeiten bahnen! Die Coronavirus-Pandemie hat uns daran gehindert, die Ausstellung im Theaterhaus durchzuführen, sodass wir eine neue Möglichkeit finden mussten. Dank unseres Partners ECLAT Festival und seiner künstlerischen Leiterin Christine Fischer ist die Ausstellung nun zu einem digitalen Projekt geworden - einer Plattform, auf der wir an jedem Festivaltag einen anderen Programmblock präsentieren werden.

Wir haben die Struktur und die Hauptthemen der Ausstellung beibehalten, sie aber zugänglicher und interaktiver gestaltet. Damit können wir nicht nur die Protestbewegung in Belarus unterstützen, sondern auch herausragende belarusische Künstler einem breiteren Publikum vorstellen. Jeder von ihnen wird seine eigene Geschichte erzählen, und alle zusammen werden sie erstaunliche historische Parallelen, kritische Momente und schwierige Entscheidungen schildern, die Belarus heute durchlebt.

Wir hoffen wirklich, dass dies nur der Anfang ist. Wir entwickeln und suchen nach neuen Formen und Möglichkeiten der künstlerischen Auseinandersetzung. Wir sind davon überzeugt, dass die Kunst gewinnen wird. Wir sehen uns auf dem ECLAT Festival.
PROGRAMM DER AUSSTELLUNG IM RAHMEN DES ECLAT FESTIVALS
3-7 FEBRUAR 2021

*ÄNDERUNGEN VORBEHALTEN

urbild
feb 03

  • SPADCHINA/ CEMRA
  • THE SONGS OF OLD EUROPE/ VOLYA DZEMKA
  • 12 APOSTLES/ YAUGEN SHCHARBACH
utopie
feb 04
  • DAZHYNKI, ANOTHER DAZHYNKI/ JANNA KAPUSTNIKAVA
  • NEW OLYMPIA/ SIARHEI HUDZILIN
  • ORTHODOX ELECTIONS/ SIARHEI HUDZILIN
absurd
feb 05
  • ALONG THE EDGE/ SIARHEI HUDZILIN
  • NO WORDS/ SIARHEI HUDZILIN
  • YOU ARE SPECIAL/ VLAD SHEVELEV
antiutopie & widerstand
feb 06
  • LOTTERY BORN IN BELARUS/ HANNA MURAJDA
  • MNSK2020/ RAMAN KAMINSKI
  • SAND ANIMATION/ ALEKSANDRA KONOFALSKAYA
  • ANIMATORS FOR BELARUS/ KOOPERATIONSPROJEKT
  • THE HERITAGE/ NADYA SAYAPINA
  • ROUTE REBUILD/ MAKSIM SHVED
quo vadis
feb 07
  • REVISION 30/ SIARHEI AND DMITRI BRUSHKO
  • PHOTOSERIE/ VALERY VIADRENKA
  • MAGUTNY BOZHA/ ROSTANY, NAKA, YULIA RUDITSKAYA
marsch der solidarität
mit belarus und maria kalesnikava
feb 07
  • 14:30 TREFFEN AM MAILÄNDERPLATZ, STUTTGART
  • 15:00 START: MARSCH ZUM THEATERHAUS STUTTGART
  • 16:00 KUNDGEBUNG AM THEATERHAUS STUTTGART
Die Geburt jeder Nation ist mit Qualen verbunden. Dieses Sprichwort, in all seinem Anachronismus, bekommt mitten im geographischen Zentrum Europas eine neue, wortwörtliche Bedeutung. Obwohl Belarus als souveräner Staat vor 30 Jahren auf der Weltkarte erschien, hat es immer noch nicht den wichtigsten historischen Meilenstein im „Leben" eines jeden Landes erreicht - die Bildung eines Bewusstseins der Menschen für ihre Zugehörigkeit zu einer Nation.
Auf unserer Ausstellung möchten wir einige der wichtigsten Etappen der belarusischen Geschichte zeigen, welche zu dem aktuellen Umbruch bewusst und unbewusst geführt haben. Die endlose Suche nach sich selbst wird unser roter Faden sein – visuell und systematisch.
urbild
utopie
zäsur. brushko: vater und sohn
neue utopie. propaganda
antiutopie
umbruch
zäsur. valery vedrenko
ästhetischer widerstand
wiederherstellung zivilgesellschaft
Darya Semchuk, Spadchyna
urbild

Auf der Ausstellung werden wir die Besucher auf eine Reise in die Vergangenheit einladen, deren Beginn in der archaischen Zeit, Zeit der Entstehung nationaler Symbole, liegt.
utopie
Wir werden zu einem späteren Zeitpunkt sehen, wie das farbige Bild über die sowjetische und postsowjetische Jahre ihre Konturen verloren hat. Es wurde undeutlicher und verschwommener, genauso wie die Selbstidentifikation der Belarusen.
zäsur. brushko: vater und sohn
neue utopie. propaganda
Nach dem Zusammenbruch der UdSSR zeichnet die Geschichte einen anschließenden Versuch, die nicht gelungene Utopie wiederzubeleben. Die letzten 30 Jahre der Republik Belarus sind eine neue Utopie, die für die modernen Belarusen zu einer Dystopie wurde.
Die Richtung des totalitaristischen Regimes hat sich nicht verändert, und die Propaganda blieb ungestört im Marsch in die farblose Zukunft.
antiutopie
Nun sind wir an einen Punkt des endgültigen Überschreitens der Grenze gelandet: Die Akzeptanz der Propaganda lässt nach und das desillusionierte belarusische Volk stellt immer schwierigere und unbequemere Fragen und Erwartungen an die Regierung und an sich selbst. Schmerzvoll erleben die Belarusen das echte Gesicht der gegenwärtigen Utopie - verfault durch Rachsucht, Totalitarismus, Lügen und Brutalität.



umbruch
Es gibt kein Zurück mehr.
zäsur. valery viadrenka
absurd. ästhetischer widerstand
Der Umbruch regt die Gesellschaft in allen möglichen Hinsichten an: Es bedarf doch einer eigenen Meinung über die politische Lage und Ausrichtung im Land; diese Meinung muss formuliert und ausgesprochen werden.
Der Ausweg bietet die Kunst. Durch Kunst gelingt uns ein absolut friedlicher, ästhetischer Widerstand, welcher viele Belarusen auf der ganzen Welt vereinigt hat.
wiederherstellung. bildung der zivilgesellschaft
Derzeit befindet sich die belarusische Gesellschaft in einem einzigartigen Zeitpunkt, in dem das verlorene kulturelle Gedächtnis wiederhergestellt und eine neue kulturelle Identität aufgebaut wird.
KÜNSTLER
SIARHEI BRUSHKO
Der Protagonist von Sergei Brushkos Werken ist ein gewöhnlicher Mensch, übersät mit Schwierigkeiten seiner Zeit und der Diskrepanz zwischen offizieller Propaganda und Realität. Die Werke von Sergei Brushko ähneln nicht den ideologischen Illustrationen sowjetischer Zeitungen, sie sind durchdrungen von der Schwere des Alltags, dem Arbeitsschweiß, der bitteren alltäglichen Verzweiflung und gleichzeitig der großen Begeisterung, einer Vorahnung des Wandels.

DMITRI BRUSHKO
Dmitry vererbte die Traditionen seines Vaters - Siarhei Brushko - und interessiert sich für alles, was ein gewöhnlicher Mensch in einer neuen Utopie erlebt. Er bemerkt das Erwachen des bürgerlichen Bewusstseins, filmt aktiv Straßendemonstrationen der Protestbewegung, den täglichen Kampf der einfachen Leute um Freiheit und Unabhängigkeit.
RAMAN KAMINSKI
Raman wurde im Jahr 1988 in belarusischer Stadt Mahiljou geboren. Als Kind besuchte er Kunstschule und interessierte sich für Graffiti, Rap, Roller, Hip-Hop und Breakdance. Nachdem er Hochschule für Architektur absolvierte, studierte er Grafik Design in Wizebsk. Im Jahr 2014 zog er nach Minsk, wo seine künstlerische Tätigkeit bereits begann.
In Minsk waren viele seine Werke auf verschiedenen Ausstellungen zu sehen. Ein Jahr, das er während seines Studiums in Kyjiw verbrachte, hatte einen großen Einfluss auf seine Kunst. Viel Wissen, neue Tricks, Techniken, verrückte Ideen und Projekte – all das brachte Raman zurück nach Minsk von K Kyjiw mit. Nach seiner Rückkehr setzte er seine kreativen Ideen in die Ausstellungsaktivitäten in Jahren 2019-2020 fort. Momentan ist er zurück nach Kyjiw, wo er ein großes Projekt über sein Heimatland Belarus schafft.
"MNSK20" ist eine Reihe von Bildern über die Ereignisse in Belarus im Sommer 2020. Als er in Minsk lebte und an der Protestbewegung teilnahm, schuf er visuelle Bilder, die auf seinen eigenen Eindrücken und den Medienressourcen der Opposition basierten. Raman fügte diesen Arbeiten mehr Satire, die auf kollektiven Bildern und staatlichem Surrealismus basiert. Diese Serie, deren Erstellung noch andauert, befindet sich im Album und ist ein untrennbares Objekt. Im Herbst 2020 zog er wegen drohender Verfolgung durch die belarussischen Strafverfolgungsbehörden von Minsk nach Kyjiw.
YAUGEN SHCHARBACH
Ich wurde vor 30 Jahren in Njaswisch geboren. Njaswisch ist klein (15 tausend Einwohner), jedoch ist es die schönste Stadt in Belarus. Dort sind der riesige Palast und der Park der Familie Radziwiłł erhalten geblieben, der zu Sowjetzeiten ein KGB-Sanatorium war.
Die Kunst als Fähigkeit die Welt zu sehen lernte ich dank meiner Urgroßmutter, mit der ich in meiner frühen Kindheit auf einem Bauernhof lebte. Meine Urgroßmutter lebte während der russischen, polnischen, deutschen und sowjetischen Besatzung. Sie erzählte mir ausführlich von ihrem Leben im unabhängigen Belarus. Sie erzählte viel über gute und schlechte Volksrituale, die sie erlebt hatte. Dies wurde zu meiner Hauptschule des Lebens.
Ich bin ein ausgebildeter Architekt, interessiere mich aber schon seit meiner Kindheit für die bildende Kunst. Architektur gibt mir einen Bezugspunkt, Kreativität gibt mir die Freiheit die Welt auf den Kopf zu stellen.
Das Leben fließt im Dreieck Brest-Minsk-Njaswisch (meine Lieblingsstädte).
Ich habe Architektur studiert und meine Masterarbeit an der Hochschule für Bauwesen in Brest verteidigt. Außerdem habe ich Stadtplanung und Urbanismus an der Nationalen Technischen Universität in Minsk studiert. Ich entwerfe Immobilien, nehme an Architekturwettbewerben teil und gewinne sie.
Im Jahr 2007 lernte ich eine Gruppe junger Künstler der informellen Organisation "Neon Head" kennen, die mich nicht als Zuschauer, sondern als Autor zu den Ausstellungen brachte. Seitdem nahm ich an Dutzenden Gruppenausstellungen in verschiedenen Städten von Belarus und zwei Einzelausstellungen teil...
Im Jahr 2016 habe ich ein soziales Kunstprojekt "Cosy Drawing" gestartet - eine Möglichkeit für einen kreativen Zeitvertreib für Bürger von Brest. Drei Jahre lang fanden in seinem Rahmen mehr als 70 Veranstaltungen statt.
Die neue Freude ist der Sieg im unabhängigen nationalen Ausstellungswettbewerb "Herbstsalon 2020".
VOLYA DZEMKA
Volya, gebürtige Belarusin, ist eine preisgekrönte Produzentin, Regisseurin und Editorin. Aktueller Wohnort - Seattle, WA.
2010 absolvierte sie das Kunstinstitut von Seattle mit einem Abschluss in Fotografie mit dem Schwerpunkt Modefotografie.
Volyas Faszination für die mit Licht und Bildsensor erschlaffte Schönheit ging weit über statische Darstellung hinaus - in die Welt der Animation, Filme und Videos. Sie kehrte an das Kunstinstitut zurück und erwarb 2018 ihren Bachelor in Bildender Kunst mit Schwerpunkt Film- und Videoproduktion. Sie war bereits als Produzentin, Regisseurin, Regieassistentin, Editorin und Kamerafrau für eine Reihe von Projekten wie Kurzfilmen, Musikvideos und Werbung tätig.
Volyas Leidenschaft liegt in der Filmproduktion und -edition, im Projektstress der Einhaltung des Zeitplans in dem gegebenen finanziellen Rahmen, der ständigen Kommunikation, der Lösungssuche für komplexe Editionsvorhaben, und in der ersehnten Schaffung eines neuen kinematographischen Meisterstücks.
Im April 2016 beendete Volya die Arbeit an dem Dokumentarfilm "Die Lieder des Alten Europas - Alte Belarussische Volkslieder", der aktuell auf diversen Filmfestivals weltweit gezeigt wird. Dieser Film gewann den Titel "Bester Dokumentarfilm" und wurde 2017 mit dem Platinum Remi Award in der Kategorie "Film und Videoproduktion" beim 50. WorldFest-Houston International Film Festival ausgezeichnet.



ALEXANDRA KONOFALSKAYA
Alexandra Konofalskaya schloss 2009 ihr Studium als Spezialistin für Kunsthandwerk ab. Als Studentin nahm sie an einer Reihe von Ausstellungen und kreativen Projekten teil. Außerdem arrangierte sie mehrere persönliche Ausstellungen und Performances. Derzeit ist Alexandra Konofalskaya eine der führenden Sandkünstlerinnen in Belarus. Sie organisiert Konzertaktivitäten in ihrem Land und auf der ganzen Welt.

Alexandra ist Autorin einer Reihe von Sandprogrammen, Shows, Performances und Videos. Als Schauspielerin und Sandkünstlerin ist sie ein ständiger Gast bei Veranstaltungen in einer Reihe von Zentren und Einrichtungen für Waisenkinder und Menschen mit Behinderungen. Sie verwaltet gemeinnützige Aufführungen und hilft aktiv obdachlosen Tieren.
Mama von zwei Kindern und Besitzerin von 12 Hunden.
VLAD SHEVELEV
Ein 23-jähriger unabhängiger Fotograf aus Minsk, der ein Frauenporträt, eine Stadtlandschaft und eine Reportage schießt.

Die Ingenieurausbildung und die Arbeit als Elektromechaniker in Minsker U-Bahn zeigen sich in Vlad's Werken durch große Liebe zum Detail, für die "technisch" genaue Umsetzung der Idee und die Übertragung der Stimmung. Und die Faszination für urbane Forschung (urban exploration) bereichert seine Bilder mit ungewöhnlichen und versteckten Standorten, sowie außergewöhnlichen Aufnahmepunkten und Perspektiven.
NADYA SAYAPINA
Geboren 1989 in Minsk, Belarus. Künstlerin, Projektautorin, Kunstdozentin. Ihre künstlerischen Vorhaben umfassen Performance, Multimedia, Installationen, Land-Art, Texte, Malerei und viel mehr. Sie untersucht die Mediation in der Kunst durch das Prisma der Prozessualität, der Befragung, der sozialen Einbindung. Sie behandelt solche Themen wie Körperlichkeit, Selbstreflexion, Erinnerung, feministische Agenda.

"Weder zeitgenössische Kunst noch Aktivismus habe ich zum Selbstzweck gemacht, genauso wenig habe ich mich ihnen aus einem Gefühl der Pflicht oder Relevanz heraus zugewandt. Es ist das Ergebnis meiner Sehnsucht, aufrichtig in meinem Handeln zu sein. Die Themen und Formen meiner Arbeit variieren je nach meinen persönlichen Erfahrungen und dem Kontext, auf den ich mich beziehe. Konstant bleibt die Mediation als Möglichkeit, Menschen und Situationen durch meine Kunst eine Stimme zu verleihen."

NAKA
Die belarusische Band Naka wurde 2004 in Minsk von der Schauspielerin und Musikerin Anastasiya Shpakouskaya gegründet. In den 16 Jahren ihres Bestehens hat die Band sechs Alben veröffentlicht, an mehreren Dutzend großen Festivals teilgenommen und mehr als zwei Dutzend Musikvideos gedreht. Im Jahr 2020 begann Naka mit der Arbeit an ihrem siebten Studioalbum, aber nach den Ereignissen im August in Belarus wurden die Arbeiten eingestellt. Anastasiya musste in ein anderes Land umziehen. Heutzutage lebt Nastasiya in Kyjiw und schreibt weiterhin Lieder für die Band Naka.
ausstellungsteam
Ekaterina Savitskaya
Kuratorium
Anna Bakinovskaja
Kuratorium
Nikita Kolomiez
Kuratorium, Übersetzung
Aliona Dries
Leitung/Koordination
Afina Khadzhynova
Koordination, Texte
Aliaksei Yeutukhou
Technische Leitung
Nikolaj Marchenko
Media
Yauhenia Karchahina
Recherche
Angelina Kraft
Recherche
Lidziya Alikhver
Kuratorische Assistenz, Recherche
unsere übersetzer

IRINA RYBAK
MARIUS KIRSCHNER
ALA KOTT
BOGDANA SHKLYAR
YULIA MKHAYAN

Software Entwicklung

SIARHEI ALIKHVER
ausstellungspartner
Für die Umsetzung der Ausstellungsidee sowie für dessen Bewerbung bedarf es ideeller wie finanzieller Unterstützung. Mit einem Statement bzw. als Förderer/ Projektpartner sind bisher folgende Personen und Institutionen in der Ausstellung benannt:
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